Magnetfeld

Magnetfeld: Physik und Heilkunde

 

Das Magnetfeld der Erde ist ein relativ gut erforschtes, natürliches Phänomen, das durch den Erdkern, die Ionosphäre und die Magnetsphäre erzeugt wird und bewirkt, dass die Kompassnadel nach Norden zeigt. Auch Metalle können magnetisch sein, jedes Kind kennt diese Magneten, mit denen sich Zettel an der Kühlschranktür anheften lassen. Darüber hinaus gibt es die These, dass auch Lebewesen magnetische Kräfte spüren und sogar besitzen. Der deutsche Arzt und Philosoph Franz Anton Mesmer (1734 - 1815) hat diese These zum "animalischen" Magnetismus ausgebaut, sie ist allerdings schon viel älter.

 

Erforschung des Magnetismus

Das Phänomen des Magnetismus beschäftigt die Menschen schon sehr lange, der Grieche Thales von Milet forschte um 600 v. Chr. daran, die Chinesen erfanden im Altertum bereits einen einfachen Kompass, die europäischen Seefahrer nutzten ihn in modernerer Bauart ab dem 11. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert erlebte die Erforschung des Magnetismus eine Blüte, die im 18. Jahrhundert zu ersten gesicherten Erkenntnissen auf physikalischer Grundlage führte. Der wichtigste Vertreter dieses Teils der Magnetismusforschung war der Franzose Charles de Coulomb (1736 - 1806). Der Deutsche Mesmer befasste sich zeitgleich mit dem animalischen Magnetismus, der seiner Auffassung nach als vitale Kraft in Lebewesen eine heilende Energie ist, die zwischen Personen übergehen kann und die Mesmer "magnetisches Fluidum" nannte. Nach Mesmers Meinung verursachen Blockaden im Gewebe von Lebewesen bestimmte Krankheiten, wobei diese Blockaden durch den (von Mesmer anerkannten) natürlichen Erdmagnetismus beeinflusst werden. Mesmer ging von der Möglichkeit aus, dass ein positiver Magnetismus die kranken Lebewesen auch wieder heilen könne. Mesmers Theorie wurde in Europa im 18. Jahrhundert publik, doch antike Völker wie die Griechen, die Inder und die Chinesen verfochten schon vor 2.600 bis 2.000 Jahren ähnliche Thesen.

 

Funktionsweise des Erdmagnetismus

Wer sich für die Heilkraft von Magnetismus interessiert, muss zunächst den natürlichen Erdmagnetismus verstehen. Dieser betrifft den gesamten Planeten, während es auch metallische (eisenhaltige) Einzelmagneten gibt, die natürlich vorkommen und als Permanentmagneten hergestellt werden können. Wenn elektrische Spulen unter Strom gesetzt werden, erzeugen sie ebenfalls ein Magnetfeld. Das Erdmagnetfeld nun durchdringt die gesamte Erde und besteht aus den drei Komponenten

  • Geodynamo (flüssiger äußerer Erdkern),
  • Ionosphäre und
  • Stratosphäre.

Es gibt stabile und instabile Phasen des Erdmagnetfeldes, das aktuell seinen Nordpol in etwa beim geografischen Nordpol hat. Stabile Phasen dauern über mehrere 10.000 Jahre. Es gibt manchmal über einige Jahrhunderte Abweichungen des Erdmagnetfeldes, die Pole verschieben sich dann (sogenannter Polsprung). Diese auf der Erdoberfläche starken Abweichungen basieren auf Veränderungen der Bewegung des Erdkerns, während Sonnenstürme die Magnetosphäre und Ionosphäre häufiger beeinflussen (etwa im Abstand von zehn bis fünfzehn Jahren) und sich dabei der magnetische Pol auf der Erde um ein bis drei Prozent, über der Erde (ab 100.000 km Höhe) aber sehr wesentlich verändert. Sonnenwind kann auch leichtere Abweichungen im Tages- und Jahresgeschehen verursachen, unter anderem basieren Polarlichter darauf.

 

Auswirkungen des Magnetfeldes

Physiker konstatieren, dass auf der Erdoberfläche das Magnetfeld zwar messbar ist, aber keine drastischen Wirkungen erzeugt. Im Erdkern und in der Magnetosphäre wirkt es hingegen stark, sogar das Richtbohren kann sich daran orientieren. Die Messbarkeit des Erdmagnetismus, den sich der Kompass zunutze macht, wurde wie oben beschrieben ab dem 17. Jahrhundert stark vorangetrieben, wichtige Forscher auf dem Gebiet waren auch Alexander von Humboldt (1769 - 1859) und Carl Friedrich Gauß (1777 - 1855). Heute weiß man, dass die geomagnetischen Erdpole mit einem Kompass ausreichend genau zu bestimmen sind, dass sie aber nicht genau mit den geografischen Polen zusammenfallen und daher der Kompass immer ungenauer wird, je näher ein Mensch dem tatsächlichen Nord- oder Südpol kommt. Dabei wird das Magnetfeld der Erde zu den Polen hin immer stärker, am physikalischen Pol selbst ist es doppelt so stark wie am Äquator. In unseren Breiten liegt die Stärke in etwa zwischen beiden Extremwerten. Doch wie stark ist es wirklich? Bei uns in Mitteleuropa sind es etwa 48 - 50 µT (Mikrotesla), das ist etwa das 0,00001-Fache vom normalen Magneten, wie ihn Menschen für den Zettel an der Kühlschranktür verwenden.

 

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