Pflanzliche Extrakte als natürliche Heilmittel - Phytopharmaka

Die Heilkraft der Pflanzen wurde von den Menschen bereits vor langer Zeit erkannt, besonders heilkundige Kräuterfrauen kannten die Geheimnisse der heilenden Wirkungsweisen. In der Phytotherapie werden noch heute ganze Pflanzen oder Teile wie beispielsweise Blüten oder Blätter zu Heilungszwecken genutzt. Diese werden als Phytopharmaka in Form von Kapseln, Tropfen, Tees oder als Extrakte und Tinkturen zur Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen angewendet.


Was sind Phytopharmaka?

Hierbei handelt es sich um Präparate, die aus Pflanzen oder aus Pflanzenteilen gewonnene Wirkstoffe enthalten. Anders als chemisch-synthetische Medikamente bestehen sie rein aus pflanzlichen Extrakten. Nach dem Arzneimittelgesetz wird grundsätzlich nicht zwischen chemisch-synthetischen und pflanzlichen Medikamenten unterschieden. Phytopharmaka sind somit den gleichen Anforderungen unterworfen, wie die herkömmlichen Arzneimittel. Dies bedeutet, dass eine therapeutische Wirksamkeit vorhanden und sie für die Anwendung unbedenklich sowie verträglich sein müssen. Auch sollten sie eine gleichbleibend konstante pharmazeutische Qualität aufweisen. Unterteilt werden die Präparate in rationale und traditionelle Phytopharmaka. Bei vielen Präparaten wurde die Wirksamkeit durch Studien und wissenschaftliche Nachweise eindeutig erwiesen und sie sind der ersten Kategorie zuzuordnen. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch sehr viele noch nicht untersuchte Phytopharmaka, die ihre Wirksamkeit bereits seit Jahrhunderten bewiesen haben und somit der zweiten Kategorie angehören. Als alternative Phytopharmaka werden Präparate bezeichnet, die in der Alternativmedizin angewendet werden. Hierzu zählen beispielsweise die Bachblütentherapie oder Behandlungen nach der Lehre von Hildegard von Bingen. Als transkulturelle Phytopharmaka gelten Medikamente aus der ayurvedischen sowie der traditionellen chinesischen Medizin.


Die Geschichte der Phytotherapie


Ihren Ursprung hat die Phytotherapie in der bewährten Naturheilkunde, heute gilt ihre moderne Form als Bestandteil der naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin. Geprägt wurde der Begriff Phytotherapie von dem französischen Arzt Henri Leclerc, der Anfang des 20. Jahrhunderts ein Buch mit dem Namen Précis de Phytothérapie verfasste. Als Begründer der wissenschaftlichen Pflanzenheilkunde gilt der Mediziner Rudolf Fritz Weiss, der ab dem Jahr 1931 als Dozent für Phytotherapie an der Akademie für ärztliche Fortbildung in Berlin tätig war. Seine Lehren wurden gesammelt und 1944 unter dem Titel "Die Pflanzenheilkunde in der ärztlichen Praxis" veröffentlicht. Dieses Lehrbuch gilt noch immer als einer der wichtigsten Grundpfeiler in der modernen Phytotherapie. Weltweit werden heute weit über 20.000 verschiedene Pflanzenarten zur Herstellung von Phytopharmaka verwendet.
Die Anwendung und Wirkung von Phytopharmaka
Viele Menschen wenden Präparate aus dem Bereich der Phytopharmaka in Selbstbehandlung an, meist als Tees oder Aufgüsse. Die Anwendungsgebiete für die pflanzlichen Extrakte reichen von leichten Erkältungskrankheiten bis zu nervöser Unruhe oder Einschlafproblemen. Ein komplexer Zusammenhang von unterschiedlichen Pflanzenbestandteilen wie ätherische Öle, Gerbstoffe und mehr ist die Grundlage für die heilende Wirkung der Heilpflanzen. Neben einem großen und breit gefächerten Wirkungsbereich bieten diese aus der Natur stammenden Heilmittel auch den Vorteil, dass meist in geringerem Umfang mit Nebenwirkungen gerechnet werden muss als bei synthetisch hergestellten Medikamenten.

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